Raptor 50 v2,5 Titanium von Thunder Tiger.

Der Wunsch nach einem groesseren Heli war entstanden, weil ich immer wieder gehoert habe, dass die Grossen so eigenstabil fliegen. Endlich einem Verein beigetreten, konnte ich nun auch Modelle mit Verbrennungsmotor fliegen und somit wurde der alte (viel zu teure) LMH verkauft und ein Raptor angeschafft. Bei mir im Verein fliegen davon so einige durch die Landschaft und man riet mir dazu, da die Ersatzteile so billig seien, er wirklich gut fliegt und recht ausgereift ist.

Beim Bau dieses Helis stimmte wirklich alles und man kann der Anleitung aufs Wort folgen. Auch die Einstellungen von Gestaengen, Blattwinkeln, bishin zu Gaskurven kann man getrost uebernehmen. Also den Heli an einem Abend aufgebaut - die Nacht darauf war recht kurz - und raus zum Vereinsgelaende um den Motor einlaufen zu lassen. Zwei Stunden spaeter habe ich dann die Ruder einem "alten Hasen" in die Hand gedrueckt und ihn das erste mal abheben lassen. Er hat den Heli 5 Meter vor sich in die Luft gestellt, die Haende von den Knueppeln genommen und gesagt, das ich ihn jetzt fliegen koennte...

Also ran an die Bouletten - wenn man vorher nur bis maximal 70 cm Rotorkreis geflogen ist, dann ist so ein Ein-Meter-Vierzig-Monster wirklich Angst einfloessend!  Vorallem, wenn der vollkommen unterdimensionierte 1400 mA/h Akku nach 15 Minuten (und eingen Stunden Einlauf-Prozedere) schlapp macht und das Pitch-Servo verrueckt spielt. Der Heli hat das Hochschiessen und Runterdonnern eigentlich ganz gut ueberstanden, lediglich die Pritsche vorn, auf der der Akku und der Empfaenger liegen, war abgebrochen. Damit kommen wir zu Verbesserung Nr.1: Ein 4200mA/h Empfaenger-Akku - damit kann man einen ganzen Tag fliegen ohne sich Sorgen machen zu muessen.  

Ein paar Wochen spaeter traute ich mich dann auch etwas weitraeumiger zu fliegen, nur haette ich dabei die Sonne mit einkalkulieren muessen. Ich flog wunderbar unter der Sonne durch, konnte aber durch den ploetzlich fehlenden Kontrast die Lage des Helis nicht mehr erkennen und rammte ihn, mit dem Heck voran, in den Rasen. Haube und Akku machten sich allein auf die Reise und der Motor lief auf Hochtouren ungestoert weiter. Der Heli sah dabei aus, wie eine Spinne, der man sechs Beine ausgerissen hat und schlug wild um sich. Die Blaetter wurden immer kuerzer und es stank nach verbranntem Kupplungsbelag. Ich habe mir das ein paar Minuten angeguckt (bzw. fassungslos angestarrt) und ueberlegt, wie ich den Motor abwuergen koennte. Irgendwann war so wenig Heli uebrig, dass ich es schaffte den Sprit-Schlauch abzuziehen und der Motor ging aus. Das Ergebnis war eine 250.- Euro Reparatur, trotz der so guenstigen Ersatzteile. Seitdem probiere ich alles Neue erst solange mit kleineren Helis aus, bis ich es wirklich kann und dann warte ich noch ein wenig, bevor ich es mit dem Raptor mache :-)

Inzwischen habe ich die Angst vor ihm ueberwunden und je oefter ich den Raptor fliege, desto lieber wird er mir!



6 Monate unfallfreies Fliegen, aber irgendwann ist die "Gluecksstraehne" mal vorbei. Ein unausgeschlafener Looping, die Gedanken ganz woanders - vergessen Pitch rauszunehmen,  ausgerechnet dann, wenn man ihn mit dem Wind fliegt - und schon ist der Acker ein paar Meter naeher am Heli, als man geplant hatte. Man ahnt ja gar nicht, was an so einem Heli alles kaputt gehen kann. Am Kopf wirklich jedes Teil gebrochen und auch am Heckrotor ist nix mehr ganz. Und alles was auf dem Bild noch gut aussieht - es taeuscht :-(

Und was mich am meisten aergert: Ich hatte vorher einen neuen Kuehlluftschacht von Kurt Stangl bekommen, den es auch zerlegt hat...

Naja, zwei Wochen und 160.- Euro spaeter war alles wieder vergessen ;-)


Die Daten.
138cm Rotorkreis, TT CFK-Haube, TT 50 Pro.H(R), Futaba GY-401 + S 9254 Digital-Servo,
2 Servos Graupner 8077, 1 Futaba FP-S148 und ein Hitec HS-5645MG Servo, Futaba R617 FASST Empfaenger, 600er Helitec GFK/CFK-Blaetter, TT ZeroAlpha Drehzahlregler (meist unbenutzt), Zimmermann-Daempfer und K.-H. Leuck-Luefter :-)

Der Aufbau bebildert.  
 
 
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